Konzept

43 Jahre Frühförderung

Konzeption als PDF zum Download

Die Frühförderung des Caritasverbandes wurde 1975 mit einer Mitarbeiterin begründet. Heute nach 43 Jahren arbeiten zehn pädagogische Fachkräfte auf fünf Vollzeitstellen bei uns mit entwicklungsauffälligen Kindern und deren Eltern.
In dieser Zeit entwickelten sich natürlich auch die Fördermethoden des Teams immer weiter. Fortschritte in der Psychologie veränderten die heilpädagogischen Ansätze und Methoden.

Während man Mitte der 1970er Jahre noch meinte, die meisten Behinderungen seien „wegtherapierbar“, wenn die Förderung möglichst intensiv geschehe, verfolgen wir heute das Ziel, dass das Kind und seine Eltern Zufriedenheit, soziale Integration und Lebensqualität mit und trotz Behinderung/ Entwicklungsauffälligkeit erreichen.
Die heilpädagogische Arbeit bezieht seit den späten 1990er Jahren z.B. auch die Systemtheorie mit dem Schwerpunkt auf Beziehungsgestaltung ein. Neuere Forschungen der Selbstorganisations- oder Chaostheorie und des Konstruktivismus nehmen die Wirklichkeitskonstruktionen der Kinder und Eltern in den Focus. Was theoretisch klingt heißt in der Praxis, dass wir uns von der Idee abwendeten Ziele für Kinder und Eltern zu formulieren und sie dann dahin führen zu können. Wir gehen davon aus, dass Kinder und Eltern mit ihren eigenen Lebenserfahrungen und Wirklichkeiten selbst ihren Weg gehen können und ihre Anliegen definieren.
Diese neue Sichtweise hatte besondere Auswirkungen auf die Arbeit mit den Eltern. Während sie früher für die Förderung ihres Kindes als Ko-Therapeuten instrumentalisiert wurden, streben die Fachleute heute ein Kooperationsverhältnis mit den Eltern an. Die Eltern sollen in ihrer besonders wichtigen Elternrolle unterstützt werden. Sie sollen die Experten für ihr Kind bleiben. Aus diesem Grund ist auch die Elternarbeit, oder wie man heute sagt die Familienorientierung der Fördermaßnahme deutlich in den Vordergrund gerückt. In unserer Arbeit aktivieren oder erarbeiten wir die Unterstützungsmöglichkeiten der Eltern für ihr Kind.

Derzeit werden etwa neunzig Kinder im Alter zwischen null und sechs Jahren von uns begleitet. Dabei handelt es sich zum Beispiel um
• Kinder mit Entwicklungsverzögerungen
• Kinder mit Behinderungen
• Kinder mit chronischen Erkrankungen
• sozial emotional auffällige Kinder
• oder Kinder mit medizinischen Risikofaktoren wie Frühgeburt.
Generell lässt sich sagen, dass die Förderung immer so früh wie möglich beginnen sollte. Nie lernt das Kind mehr als in den ersten Lebensjahren! Die Kinder erhalten wöchentlich eine Förderstunde, die zusammen mit einem Elternteil bei ihnen zu Hause stattfindet.
In Form von Spielen werden den Kindern von uns entwicklungsfördernde Inhalte angeboten. Weitere Methoden sind
• die videogestützte Beratung nach Marte Meo, um Eltern sehr konkret an alltäglichen  Situationen zu zeigen, welche natürlichen, unterstützenden Verhaltensweisen Kinder brauchen und wie diese im normalen Tagesablauf umgesetzt werden können.
• die Basale Stimulation als Angebot von grundlegenden Umwelt- und Materialerfahrungen für stark beeinträchtigte oder sehr junge Kinder.
• die Förderung der Sensorischen Integration als Anregung zur Verbesserung des Zusammenwirkens von Wahrnehmung und Bewegung.

Haben Sie Fragen oder Anregungen, wenden Sie sich jederzeit an uns.

Stefan Hunfeld
-Leiter der Frühförderung-
Everswinklerstr. 66, 48231 Warendorf
Tel.: 02581/7896811