Elterninformation

Für wen ist die Heilpädagogische Frühförderung da?
Der Anlass einer heilpädagogischen Frühförderung ist immer eine risikoreiche Entwicklung des Kindes. Diese steht im Zusammenhang mit der Gefahr akuter oder drohender dauerhafter Beeinträchtigung.
Das Angebot richtet sich schwerpunktmäßig an Kinder bis zum vollendeten 4. Lebensjahr, maximal bis zum 6. Lebensjahr. Generell lässt sich sagen, dass die Förderung des Kindes und die Beratung der Eltern so früh wie möglich beginnen sollten. Das kann auch schon in den ersten Lebenswochen nach der Geburt sein.
Wir begleiten:
• Kinder mit Entwicklungsverzögerungen
• Kinder mit Behinderungen
• Kinder mit chronischen Erkrankungen
• sozial vernachlässigte Kinder
• Kinder mit medizinischen Risikofaktoren wie z. B. einer Frühgeburt.

Warum Hausfrühförderung?
Die Förderung des Kindes findet wöchentlich mit einem Elternteil im Elternhaus statt.
Der Familienalltag und die Lebenswelt des Kindes haben in unserem pädagogischen Konzept einen hohen Stellenwert. Diese sollen durch die Hausfrühförderung angemessen berücksichtigt werden. In der Beratung der Eltern geht es uns nicht darum, als Experten für „gute“ Kindererziehung zu fungieren, sondern die vorhandenen Kompetenzen der Eltern zu stärken bzw. wiederentdecken zu helfen.
Innerhalb der Förderstunde werden den Kindern in Form von Spielen entwicklungsfördernde Inhalte angeboten. Weitere Methoden sind:

Ein schöner Blick ist eine Bestätigung für neue Lernerfahrung

Ein schöner Blick ist eine Bestätigung für eine neue Lernerfahrung

  • Marte Meo nach Maria Aarts ist eine videogestützte Beratung für die gelingende frühkindliche Interaktion mit den Bezugspersonen. Sie zeigt konkret entwicklungsunterstützende Momente für die kindliche Entwicklung auf
  • Basale Stimulation: Angebot von grundlegenden Umwelt- und Körpererfahrungen für sehr junge und/ oder stark beeinträchtigte Kinder
  • Sensorische Integration: Anregungen zur Verbesserung des Zusammenwirkens von Wahrnehmung und Bewegung
  • Heilpädagogische Diagnostik: zur Ermittlung des Entwicklungsstandes. Messinstrumente sind die Münchner Funktionelle Entwicklungsdiagnostik für das 1., 2. und3. Lebensjahr; Sensomotorisches Entwicklungsgitter nach Kiphard und Sinnhuber und der SON-R 2 ½ bis 7 Jahre, ein nonverbaler Intelligenztest nach Snijders-Oomen.

Familienorientierung bedeutet für uns
Das Förderangebot richtet sich neben dem Förderbedarf des Kindes auch an die Bedarfslage der ganzen Familie. Wir gehen davon aus, dass die Entwicklungsverzögerung oder Behinderung des Kindes ein komplexes Problem ist, dass verschiedene Lebensbereiche, insbesondere das Familienleben, beeinflusst. Eine Zielsetzung, die sich allein auf die Förderung des Kindes bezieht, wird der gesamten Problemlage häufig nicht gerecht.
Zudem können Eltern ihre Kinder nur dann angemessen unterstützen, wenn sie sich selbst mit der Beeinträchtigung ihres Kindes auseinandersetzen und lernen diese zu akzeptieren. Das ist eine schwierige Aufgabe für viele Eltern. Daher begleiten und unterstützen wir die Eltern in diesen Bewältigungsprozess. Generell sprechen wir mit den Eltern über das was wir tun, stehen ihnen für Rückfragen zu Verfügung und geben Anregungen für die Unterstützung des Kindes im Alltag.
Folgende Inhalte gehören zu unserem familienorientierten Angebot:
• Abstimmung der Förderziele mit den Eltern
• Erörterung von organisatorischen Problemen und Entlastungsmöglichkeiten
• Hinweise hinsichtlich der Eignung anderer Unterstützungsangebote, wie z. B. integrative Kindergärten, Schulen, therapeutischen Maßnahmen
• Aufbau und Begleitung von Eltern-Kind-Gruppen.

Wie kommen Eltern zur Frühförderung im Kreis Warendorf?
Die von uns betreuten Kinder werden durch das Kreisgesundheitsamt an uns vermittelt. Dort wird entschieden, ob eine Frühförderung bewilligt wird.
Vor Beginn der heilpädagogischen Förderung werden die Familien durch die „Beratungsstelle für Eltern entwicklungsverzögerter und behinderter Kinder“ beraten. Dabei werden medizinische, organisatorische und psychosoziale Aspekte im Zusammenhang mit der Beeinträchtigung des Kindes geklärt und der Hilfebedarf ermittelt. In Abstimmung mit den Eltern wird dann ein Hilfeplan erstellt in dem die heilpädagogische Frühförderung durchaus nur ein Teil des Gesamtplanes sein kann.

Wer bezahlt die Maßnahme?
Die heilpädagogischen Frühfördermaßnahmen werden im Rahmen der Eingliederungshilfe durch das Sozialamt des Kreises Warendorf finanziert. Den Eltern entstehen keine Kosten.

Konzeption als PDF zum Download